Independent Performing Arts made in Berlin

Die Berliner Freie Szene gehört zu den bekanntesten und produktivsten der Welt. 

In den freien Performing Arts arbeiten über 6000 KünstlerInnen in Berlin. Sie machen Theater, Tanz und Performance in etwa 500 freien Ensembles und treten an rund 25 Spielstätten und Institutionen in freier Trägerschaft auf. Dazu kommen mindestens 18 Kinder- und Jugendtheater und zahlreiche freie Proben- und Produktionsorte.

Viele der in Berlin ansässigen und hier produzierenden KünstlerInnen und Gruppen wurden in den letzten Jahren zu maßgeblichen internationalen Impulsgebern aktueller ästhetischer Entwicklungen. Ein lebendiger künstlerischer und diskursiver Austausch über Gegenwart und Zukunft des Theaters und sein Verhältnis zu Stadt und Gesellschaft prägt die Szene und bringt immer wieder neue Formen und Formate mit Modellcharakter hervor.

Die Berliner Freie Szene ist heterogen und vielfältig: Zwischen international agierenden und etablierten Gruppen und Spielstätten und immer wieder neu entstehenden Nischen, Rändern und temporären Freiräumen spielt sich die künstlerische Suche nach zeitgemäßen Ausdrucksformen ab. Dabei werden konventionelle Genregrenzen befragt und strapaziert, Kontaktzonen zwischen verschiedenen Künsten hergestellt, das Theatrale auch in Bildender Kunst, Literatur, Film oder Theorie entdeckt und in Szene gesetzt. Neue Arbeitsweisen – Kollektive, die herkömmliche Vorstellungen von Autoritäten und Hierarchien befragen, AkteurInnen, die Heterogenität und Diversität leben, Gruppen, Spielstätten und Formate, die interkulturellen Austausch auf Augenhöhe stattfinden lassen – bringen bewusst neue Formen der Adressierung von Publikum in allen Facetten von Teilnehmen und Zuschauen hervor.

Die Freie Szene ist ein Experimentierfeld von und für Gemeinschaftsvorstellungen jenseits tradierter Grenzziehungen: zwischen einzelnen Kunstgattungen, Alltag und »Hochkultur«, Sprachen, Publikum und DarstellerInnen, nationalen, sexuellen und ethnischen Identitäten. Im Kontext sich verändernder Gesellschaften, die Heterogenität und Differenz als Potenzial entdecken lernen, spielt die prinzipielle Freiheit der Freien Theaterszene eine entscheidende ästhetische und politische Rolle.

Anzahl und Vielfalt freier KünstlerInnen und ihre Infrastruktur sorgen für den bemerkenswerten Reichtum an Produktions- und Ausdrucksformen. Die Arbeit der freien Theaterszene ist geprägt durch die Gleichzeitigkeit von Widerständigkeit und Professionalisierung, zeichnet sich durch internationalen Austausch aus, wird von Spielstätten und Produktionsbüros vermittelt und hat mittlerweile etablierte kulturpolitisch mitagierende Vertretungsstrukturen hervorgebracht. Außerdem hat sich eine Verbundenheit mit Sonderforschungsbereichen und Graduiertenschulen an allen Universitäten der Stadt entwickelt.

Die Berliner Freie Szene ist ein heterogenes Ganzes, durch das die Berlin Diagonale als übergreifendes Projekt Erkundungstouren anbietet.

 
 
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